Modernes Social Media Management


(Video: Idee, Konzept, Schnitt & Vertonung – Andreas Abstreiter)

Was ist Social Media? Wie sieht ein modernes Social Media Management aus? Was ist der Nutzen von Social Media? Diese Fragen, die nun gut zehn Jahre nach den Anfängen des „sozialen Internets“ auf den ersten Blick vielleicht etwas trivial wirken mögen, haben auch heute noch – oder vielleicht gerade heute – durchaus ihre Daseinsberechtigung! Es kommt nicht selten vor, dass bei einem ersten Gespräch mit Presse- und Medienverantwortlichen in Unternehmen oder Vereinen erst nach einer gewissen Zeit und Diskussion klar wird, dass diese Social Media als nichts anderes als einen zusätzlichen PR-Kanal begreifen, bzw. nutzen wollen. Doch das funktioniert mit Social Media nicht und ist vielleicht einer der Gründe, warum so viele Verantwortliche nach einer gewissen Zeit wieder das Handtuch werfen und ihr Engagement auf den sozialen Plattformen beenden, bevor sie es richtig angefangen haben.

  1. Social Media ist keine PR!

  2. Social Media ist eine innere Einstellung, eine Philosophie

  3. Social Media muss gelebt werden

  4. Was ist der Nutzen von Social Media?

  5. Social Media braucht Infrastruktur

 

1. Social Media ist keine PR!

Warum eine Facebook-Seite erstellen, wenn es einem nur darauf ankommt diese mit Gewinnspielen und Posts zu Produkten und Themen zu füllen? Dafür gibt es schließlich bereits genügend andere PR-Kanäle. Angefangen beim Newsletter, bis hinüber zum klassischen Presseverteiler gibt es seit Jahren genügend Instrumente. Einen weiteren Kanal auf einer Social Media-Plattform zu eröffnen mag zwar verführerisch sein, da die Erstellung, von etwas Grafik abgesehen, kostenlos ist, aber ob sie auch sinnvoll ist steht auf einem anderen Blatt. Man ist dabei, weil die anderen auch dabei sind. Weil man meint dabei sein zu müssen. Doch dies ist ein schwerwiegendes Missverständnis von Social Media.

Denn wirkliches Social Media setzt den Willen zu einer Diskussion mit der eigenen Klientel voraus. Und diese findet in den Kommentarfeldern unter den Posts statt. Wer also weder über den Willen, noch über die Infrastruktur verfügt eine solche Diskussion zu führen, der ist bei der klassischen PR-Arbeit besser aufgehoben und sollte seine Facebook-Seite besser löschen bevor auffällt, dass diese nur sporadisch und mehr oder weniger lieblos gepflegt wird.

 

2. Social Media ist eine innere Einstellung, eine Philosophie

Was ist denn dann Social Media überhaupt, wenn nicht eine Möglichkeit die eigenen Themen darzustellen? Damit hier keine Missverständnisse aufkommen, natürlich spricht nichts dagegen die eigenen Produkte, Meinungen und Themen auf Social Media-Plattformen zu posten. Dafür wurden diese Plattformen ja gemacht und man sollte diese Möglichkeit auch ausgiebig nutzen. Aber die eigentliche Arbeit endet nicht damit einen Post zu erstellen und abzuschicken. Nein, sie beginnt danach erst richtig.

Wenn man auf solchen Plattformen präsent ist und zwar ganz egal, ob als Unternehmen, Verein oder auch als Privatperson, muss man dazu gewillt sein eine Diskussion zu starten und für Fragen und Anregungen, ja auch für Beschwerden offen zu sein. Social Media bietet die phantastische Chance von außen ein Feedback zu Aktivitäten zu erhalten, völlig ohne eine aufwendige Marktumfrage zu starten. Man muss nur bereit sein die anfallenden Daten zu sammeln, aufzubereiten und Schlüsse daraus zu ziehen.

Eines der großen Probleme beim Verständnis von Social Media dürfte sein, dass es im Vergleich zu altbekannten PR-Kanälen völlig anders funktioniert und eine Regelmäßigkeit und Ausdauer verlangt, die auf viele abschreckend wirkt. Um so wichtiger ist es, die täglich anfallenden Arbeiten wie das Überprüfen von Feedbacks und die dabei aufkommenden Fragen zügig zu beantworten. Geschieht dies nicht, stellt eine solche Plattform für den Nutzer keinen wirklichen Mehrwert dar und es wird wahrscheinlich keinen zweiten Besuch, beispielsweise der Facebook-Seite geben. Von der inneren Einstellung her sollte man also froh darüber sein eine Rückmeldung zu einem Post zu bekommen und sie nicht als zusätzlichen Druck empfinden.

 

3. Social Media muss gelebt werden

Jetzt wird es ein wenig unbequem, denn wenn man Social Media nutzen will, muss man etwas tun, was sehr viele zwar fast gebetsmühlenartig fordern, es aber nicht tun, wenn es einen selbst betrifft, bzw. wenn ein solcher Umbruch nötig und eventuell sogar schmerzhaft wird. Man muss etwas… verändern!

Zugegeben, es ist für Entscheidungsträger niemals leicht den Mut aufzubringen und Mittel aus vielleicht über Jahre oder gar Jahrzehnte gewachsenen Werbekanälen wie Städtereklame, Anzeigenwerbung oder Mitgliederzeitungen abzuziehen und dieses Geld in etwas schwammiges, nur schwer zu definierendes wie Social Media zu stecken, von dem man zum einen nicht so recht weiß, was es überhaupt ist, zum anderen nicht abschätzen kann, welche Erfolge sich damit erzielen lassen.

Hinzu kommt, dass auf jeden Einzelnen im Unternehmen zusätzliche Aufgaben, wie das Beantworten von Fragen, die nun von außen über die verschiedenen Social Media-Plattformen herangetragen werden, zukommen. Dies wird leider von vielen Mitarbeitern eher als Last, statt als Belohnung für eingesetztes Engagement empfunden. Das Beantworten von Anfragen, die wöchentliche Redaktionssitzung, in der geplant wird, was in den nächsten Wochen gepostet wird, die Auswahl von Bild- und Videomaterial sowie die geeignete Verschlagwortung von Posts nach SEO-Kriterien und natürlich das Messen des eigenen Erfolgs sollten aber nicht als Verpflichtung und Last, sondern als Selbstverständlichkeit und Freude empfunden werden. Servicewüste Deutschland? Sehen Sie sich den Facebook-Auftritt des entsprechenden Unternehmens an, und stellen sie dort auch eine (kritische?) Frage und Sie bekommen einen ersten Eindruck, ob dies auf das Unternehmen zutrifft. Gewinnspiele bei Facebook machen kann jeder, die Seite dort aber zur eigenen Wertschöpfung einzusetzen, das schaffen nur diejenigen, die den Kommunikationsgedanken, der hinter Social Media steckt auch täglich leben.

 

4. Was ist der Nutzen von Social Media?

Social Media ist eine sehr schnelle und kosteneffiziente Form der Kommunikation die für die verschiedensten Zwecke genutzt werden kann. Traffic-Steigerung, Interessentengewinnung und Kundenbindung sind nur ein paar wenige Beispiele. In vielen Unternehmen wird Social Media erfolgreich eingesetzt, um die anfallenden Marketingkosten zu reduzieren und eine Reputation für eine Marke oder ein Produkt aufzubauen. Doch dies alleine wäre zu niedrig gegriffen, ginge es um den ganzen Nutzen von Social Media. Denn schließlich kann man die sozialen Plattformen auch dazu benutzen neue Mitarbeiter zu rekrutieren oder Nutzer gar an der Produktentwicklung teilhaben zu lassen. Gerade in diesem Zusammenhang darf die dadurch entstehende Vertrauensbildung zwischen Unternehmen und Kunden nicht unterschätzt werden.

 

5. Social Media braucht Infrastruktur

Ja, Social Media kostet Geld! Plakatwerbung kostet auch Geld, ebenso das Kundenmagazin oder die Vereinszeitung. Während das Einrichten der Profile und Seiten bei den verschiedenen Plattformen zwar kostenlos ist, ist es die Arbeitszeit, die dafür nötig ist bereits nicht. Ebensowenig ist es die Arbeitszeit, die für das spätere Überwachen des Erfolgs/Misserfolgs (Web-Controlling) nötig ist, noch sind es die dafür nötigen Tools oder der PC-Arbeitsplatz. Auch das Erstellen von Texten, Bildern und Videos ist alles andere als frei von Kosten. Wenn es keine zusätzlichen Mittel für den Einsatz von Social Media gibt, wird einem also nichts anderes übrig bleiben, als diese von klassischen Werbeformen abzuziehen. Denn es ist nun mal unabdingbar, jemanden im Unternehmen/Verband zu haben, der den Überblick über die Social Media-Tätigkeiten hat und alles koordiniert. Dieser Jemand benötigt naturgemäß ein Gehalt und einen modernen Computerarbeitsplatz, das ist Fakt. Belohnt wird man für die Entscheidung Social Media zu nutzen mit zahlreichen Auswertemöglichkeiten des Nutzerverhaltens. Während es nur schwer bis gar nicht nachvollziehbar ist, wer das Plakat in der Fußgängerzone nun gesehen hat, verhelfen einem Statistiken auf den unterschiedlichen Plattformen zu sehr detaillierten Ergebnissen hinsichtlich der geposteten Themen. All dies ist jedoch ohne eine Investition in die entsprechenden Strukturen nicht machbar.