Über mich


Andreas AbstreiterAls ich, Andreas Abstreiter, Ende 1995 auf einer Messe zum ersten Mal mit dem Internet in Kontakt kam, hielt ich es für eine nette Idee, doch der konkrete Nutzen wollte sich mir noch nicht so ganz offenbaren. Eine Woche später ging ich regelmäßig in Internet-Cafés. Nach drei Monaten hatte ich daheim meinen eigenen Internetzugang und fünf Monate später meine erste Homepage erstellt.

Was das mit Social Media zu tun hat? Nichts und alles. Schaut man sich heute, im Jahr 2014 unter den deutschen Unternehmen um, so erkennt man manche Parallelen zu den ersten Boom-Jahren im Internet der späten Neunziger Jahre. Ich wollte es jedoch etwas genauer wissen und ließ mich daher 2013 an der IHK München zum Social Media Manager ausbilden.

Während ein Teil der Unternehmen bereits sehr früh anfing sich in den sogenannten sozialen Medien zu präsentieren, denkt ein weiterer Teil nicht ernsthaft darüber nach. Und eine dritte Gruppe ist sogar bereits dabei sich wieder daraus zurückzuziehen, da der Nutzen des Engagements weit hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Anders als vor zwanzig Jahren, habe auch ich nicht gleich hurra gerufen, als Plattformen und Dienste wie MySpace, Facebook und YouTube erschienen. Und bis heute halte ich das, was man als Privatperson dort alles über sich preisgibt – gewollt oder auch ungewollt – für hochkritisch und kann nur jedem raten sich gut zu überlegen was er dort macht und wie er dort privat auftritt.

Ganz anders sieht es jedoch aus, wenn man ein Unternehmen hat. Oder einen Verein. Oder ganz allgemein einer Gruppe angehört, die eine Botschaft, ein Anliegen zu verbreiten hat. Eine Organisation also, die darauf angewiesen ist zu kommunizieren und mit Kunden aber auch Entscheidungsträgern zu interagieren.

Der Social Media Manager im Unternehmen

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Hinzu kommt, dass bereits eine ganze Generation quasi mit dem Internet und mit den sozialen Plattformen aufgewachsen ist und gelernt hat dort zu kommunizieren. Viele junge Leute lesen heute keine Mittgliederzeitungen mehr. Wenn sie etwas wissen wollen, suchen sie aktiv danach bei Google oder sie fragen ihr Umfeld in den sozialen Medien. Immerhin vertrauen fast neunzig Prozent aller Konsumenten Empfehlungen, aber nur etwa vierzehn Prozent vertrauen der klassischen Werbung.

Social Media ist daher schon lange kein Hype mehr, sondern ein gesellschaftlicher Trend. Man kann diese Entwicklung lieben oder man kann sie hassen. Umkehren oder gar ignorieren kann man sie nicht.

Brauche ich ein Engagement in Social Media? Dies ist eine Entscheidung, die heute eigentlich jedes Unternehmen, aber auch jede NGO prinzipiell einmal für sich treffen muss. Zumindest scheint es auf den ersten Blick so. Doch die wirkliche Frage lautet eigentlich ganz anders. Und sie ist etwas schmerzhafter als die erste, scheinbar einfache Variante.

Denn die Frage, die sich stellt lautet nicht: Wollen wir Social Media in unserem Unternehmen, Verein oder Verband nutzen? Sie heißt eigentlich: Können wir es uns es überhaupt leisten morgen nicht so zu kommunizieren, wie es heute bereits eine ganze Generation tut?

Eine Generation, die heute Anfang zwanzig bis Anfang dreißig ist und die morgen zu den Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gehören wird, die finanzstark und gut ausgebildet sein wird und darüber hinaus mit den Plattformen – heutigen und zukünftigen – so selbstverständlich umgehen wird, wie die Generation vor ihr mit Telefon und Fax.